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Centre d'Histoire de la Résistance et de la Déportation

Das Zentrum f√ľr die Geschichte des Widerstands und der Deportation


Lyon während des Krieges

W√§hrend des Zweiten Weltkriegs durchlebte Lyon mehrere Phasen. Gem√§√ü den Bestimmungen des Waffenstillstands vom 22. Juni 1940 liegt die Stadt in der S√ľdzone und wird damit zur wichtigsten Stadt des freien Frankreichs. Sie nimmt durch den R√ľckzug der Verwaltung und der Presseorgane aus Paris eine wichtige Rolle ein. Da viele Intellektuelle in Lyon leben, erscheinen hier ab dem Sommer 1940 zahlreiche Flugbl√§tter und Zeitungen, die im Untergrund gedruckt werden. Gleichzeitig organisiert sich der zivile und milit√§rische Widerstand.
Am 11. November 1942 √§ndert sich die Situation grundlegend: Die deutschen Truppen fallen in die S√ľdzone ein und besetzen die Stadt. Die Gestapo und die Miliz der Vichy-Regierung verfolgen die Widerstandsk√§mpfer und f√ľhren zahlreiche Verhaftungen durch. Die Repressionen brechen nun auch √ľber die Juden herein. Ab August 1942 werden zahlreiche Razzien durchgef√ľhrt.
Am 14. September 1944 w√ľrdigt General de Gaulle w√§hrend einer Rede im Rathaus das Engagement der Stadt und bezeichnet die Stadt als die "Hauptstadt des Widerstandes".


Ein Ort der Erinnerung


Das CHRD ist in der ehemaligen Schule f√ľr Milit√§r√§rzte untergebracht, die w√§hrend der deutschen Besatzung zur Zentrale der Gestapo wurde. Besonders Klaus Barbie, der Chef der Gestapo in Lyon, betrieb in diesen R√§umen sein Unheil. Das Geb√§ude ist somit ein starker und symbolischer Ort im Dienste der Geschichte und der Erinnerung. Die Keller des Geb√§udes, in denen die Opfer der Gestapo gefangen waren, und in denen heute die Wechselausstellungen gezeigt werden, bilden das Herzst√ľck des Museums.
Am 26. Mai 1944 beenden die Bombardements der Alliierten die Besetzung des Geb√§udes, das dabei stark besch√§digt wurde. Die deutschen Einrichtungen werden in ein Geb√§ude verlegt, das sich an der Ecke des Place Bellecourt und der Rue Alphonse Fochier befindet. Sie f√ľhren dort ihre d√ľstere Arbeit bis zur Befreiung der Stadt am 3. September 1944 fort.

Die Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs


Die Zeitzeugen trugen in gro√üem Ma√üe zum Entstehen des Projekts und zur Gr√ľndung des Zentrums f√ľr Geschichte bei und sie sind auch heute noch in das Leben und den Ablauf des Museums eingebunden.
Als Ort der Erinnerung und des Gedenkens ist das CHRD auch ein Ort der Begegnung der Generationen. Ehemalige Widerstandskämpfer und/oder Deportierte, vor den Nazis versteckte Kinder, Söhne und Töchter von Deportierten, Menschen, die den Zweiten Weltkrieg aktiv oder passiv erlebt haben, kommen regelmäßig ins Zentrum, um den Kindern und Jugendlichen ihre Geschichte zu erzählen und um mit ihnen und mit deren Lehrern zu diskutieren.

Die Dauerausstellung - ein Rundgang durch die Epoche


Die Dauerausstellung, in deren Zentrum die drei grundlegenden Ideen - Engagement, Information und Propaganda - stehen, bietet die M√∂glichkeit, die f√ľr den Zweiten Weltkrieg bedeutenden Ph√§nomene auf eine konkrete Art und Weise zu entdecken.
Beim Durchschreiten dieses sowohl visuellen als auch akustischen Universums bekommt der Besucher, dem durch Dokumente aus der Epoche (Zeitzeugenberichte, Photos oder Objekte) Wissen √ľber die Zeit vermittelt wird, die M√∂glichkeit, die verschiedenen Wirklichkeiten des besetzten Frankreichs zu erfassen. Am Ende der Ausstellung kann der Besucher dank einer umfassenden Diashow die lokalen und nationalen Ereignisse in den globalen Kontext des Konfliktes stellen.

Die Ausschnitte aus dem Prozess gegen Barbie


Klaus Barbie war der Gestapochef Lyons und mit der Verfolgung von R√©sistants, Kommunisten und Juden beauftragt. Seine besonders brutalen Verh√∂rmethoden brachten ihm den Spitznamen ‚Äěder Schl√§chter von Lyon‚Äú ein. Im Mai 1987, vierzig Jahre nach diesen Taten wurde er der Verbrechen gegen die Menschlichkeit f√ľr schuldig befunden und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
Als erster Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Frankreich war der Prozess gegen Barbie ein wichtiger Moment f√ľr die Geschichtsschreibung und das Gedenken an die Besatzungszeit, der zum Erwachen des kollektiven Ged√§chtnisses der Menschen in Lyon, sowie zum Entstehen des Centre d'Histoire de la R√©sistance et de la D√©portation beigetragen hat.
Seit seiner Einweihung ist das CHRD dank einer Sondergenehmigung des Gerichtshofs von Paris die einzige Einrichtung, die die M√∂glichkeit hat, Ausschnitte des Prozesses zu zeigen. Der Schwerpunkt des Filmes liegt auf Zeugenaussagen, durch die sowohl die Debatten gezeigt werden, als auch die Emotionen, die die Gerichtsverhandlungen pr√§gten; jede Zeugenaussage tr√§gt zur Bildung einer Vorstellung dar√ľber bei, was Verbrechen gegen die Menschlichkeit bedeuten.

Angebote f√ľr Besucher


Die Wechselausstellungen
Das Leben des Museums wird geprägt durch zahlreiche Ausstellungen, die das CHRD zeigt oder verwirklicht. Diese widmen sich abwechselnd den Werten des Widerstands, der aktuellen Bedeutung der Menschenrechte oder den Lebensläufen von Personen, die sich durch ihr Engagement auszeichneten.

Die Museumspädagogik
Um einem der wichtigsten Gr√ľnde f√ľr das Bestehen des Museums gerecht zu werden, setzt das Zentrum das junge Publikum ins Zentrum seiner Besucherpolitik und seines Programms. Es will somit dazu beitragen, aus Kindern und Jugendlichen freie und verantwortungsbewusste B√ľrger zu machen, die sich der Tatsache bewusst sind, dass sie die Erben einer kollektiven Erinnerung sind. Die p√§dagogische Abteilung steht Lehrern zur Verf√ľgung um ihre Besuch im Rahmen des Lehrplans zu begleiten und um eine effektive Zusammenarbeit zu erm√∂glichen. Es werden sowohl F√ľhrungen als auch Workshops angeboten.

Das Dokumentationszentrum
Als Ort, in dem sich √§u√üerst bedeutende Quellen aus dieser Zeit befinden, richtet sich das Dokumentationszentrum an ein Publikum jeglicher Art. Es bietet einen freien und kostenlosen Zugang zu einer Vielzahl von Dokumenten, sowie eine Unterst√ľtzung bei den Recherchen. Die Arbeiten, auf die zugegriffen werden kann, sind im Bestand der st√§dtischen Bibliothek von Lyon erfasst und k√∂nnen auf deren Internetseite abgerufen werden.

Die Sammlung
Das CHRD gew√§hrleistet die Aufbewahrung und den Erhalt von Archivbest√§nden und Sammlungen. Die Besonderheit liegt dabei in einer au√üergew√∂hnlichen Sammlung von Plakaten, Partituren von Liedern aus der Zeit sowie von Dokumenten und Zeugnissen von wichtigen Personen des Widerstands. Ungef√§hr 700 gefilmte Zeitzeugenaussagen von Widerstandsk√§mpfern und Deportierten machen aus dem CHRD einen Ort, der vor allem f√ľr den Zugang zu dieser Epoche durch Oral History von gro√üer Bedeutung ist.


Informationen


√Ėffnungszeiten:
von Mittwoch bis Sonntag, 10 Uhr - 18 Uhr

Das Dokumentationszentrum ist geöffnet:
                             von Mittwoch bis Samstag, 10 Uhr - 12.30 Uhr und 13.30 - 17 Uhr

Eintritt: Der Eintritt beinhaltet den freien Zugang zu allen Ausstellungen des Museums

Anfahrt: Strassenbahnlinie T2, Haltestelle Centre Berthelot
                Metrolinie B, Haltestelle Jean Macé
                Vélo'v


F√ľr weitere Informationen :

Centre d'Histoire de la Résistance et de la Déportation
Espace Berthelot
14 avenue Berthelot - 69007 Lyon
Tel: +33 (0)4 78 72 23 11

www.chrd.lyon.fr